Audi RS5

Man nehme eins der schönsten Coupés, schärfe die Karosserie mit gekonnten Federstrichen und verbaue einen Achtzylinder-Saugmotor unter der Haube – fertig ist die 450-PS-Sünde.

Auf den Spuren des Ur-Quattro: Audi RS5
audi rs5

Es ist etwas mehr als 30 Jahre her, da brachte Audi ein Coupé mit dicken Backen auf den Markt. Der Ur-Quattro sorgte dafür, dass der permanente Allradantrieb in die Großserie aufgenommen wurde. Das Erkennungszeichen waren die ausgestellten Kotflügel. Auf den Spuren des Ur-Quattro bewegt sich das neue Audi RS5 Coupé.

Ein 420 PS V8 Motor treibt den RS5 an

Downsizing? Zwangsbeatmung? Nicht so im Audi RS5 – das Coupé trotz aller Vernunft. Unter der Haube werkelt eine Ausbaustufe des 420 PS starken Achtzylinder-Saugmotors des Audi RS4 aus dem Jahr 2005. Das Aggregat leistet im stärksten A5 30 PS mehr und kommt somit auf eine Leistung von satten 450 Pferdchen. Der 4,2-Liter-Saugbenziner stellt darüber hinaus ein maximales Drehmoment von 430 Nm zur Verfügung, welches zwischen 4.000 und 6.000 Umdrehungen pro Minute anliegt.Wer alle Pferdestärken freilässt, kann sich über eine atemberaubende Beschleunigung erfreuen – in nur 4,6 Sekunden rennt das Power-Coupé von 0 auf 100 km/h. Dabei wandert die Nadel des Drehzahlmessers stetig weiter nach oben. Erst bei 8.500 Touren wird der Vortrieb durch den Begrenzer gestoppt. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 250 km/h elektronisch begrenzt, lässt sich aber auf Wunsch um 30 Stundenkilometer anheben.

Dumpfes Grollen wird zum grantigen Röhren: V8 Bollern made by Audi

Neben der wahnsinnigen Sprintstärke des RS5 beeindruckt auch der Sound aus dem 4,2-Liter-Triebwerk. Im Stand ist vornehmlich ein dumpfes Grollen zu hören, unter Volllast und bei geöffneten Drosselklappen mutiert dieses zum grantigen Röhren, welches die Sinne kurzweilig benebelt. Der Saugmotor besitzt deutlich überzeugendere Charakterzüge als der nahezu baugleiche Motor im Audi R8. Wer will, kann den hochdrehenden RS5 aber auch ganz manierlich durch den Straßenverkehr bewegen. Dazu stellt man den Wählhebel nicht auf die Stellung S, tritt nicht das Gaspedal, sondern streichelt dieses sanft – so lässt sich das Coupé stressfrei und souverän fortbewegen, ohne für größeres Aufsehen zu sorgen. Das serienmäßige Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe S-Tronic arbeitet sehr zuverlässig und sorgt dafür, dass der Motor stets im Wohlfühlbereich agiert. Optional lassen sich die Gänge auch per Schaltpaddel am Lenkrad durchschalten – das macht allerdings höchstens auf der Rennstrecke Sinn.

Akustisch und optisch eine 1 mit Sternchen: Der Audi RS5

Die Steigerung von neutral heißt RS5
Bei der Kraftverteilung haben die Audi-Ingenieure ein besonderes Ass im Ärmel versteckt: ein selbstsperrendes Kronenrad-Mittendifferenzial. Im Extremfall kann das Differenzial die Motorleistung entweder zu 85 Prozent an die Hinterachse oder zu 70 Prozent an die Vorderräder verteilen. Im Normalbetrieb liegt die Verteilung bei 40:60 zugunsten der hinten angetriebenen Räder. Im Alltag merkt der Fahrer des RS5 von den intelligenten Fahrprogrammen nichts. Der Audi zieht seine Bahnen wie auf Schienen. Das 450 PS starke Coupé glänzt vor allem mit vorbildlicher Neutralität. Selbst in zügig gefahrenen Kurvenkombinationen ist weder Untersteuern noch Übersteuern ersichtlich. Evtl. müssten einige Schulbücher neu geschrieben werden: Der Begriff Neutralität bekommt im RS5 eine neue Dimension verpasst – neutral, neutraler, RS5.

Optisch verschärft, oder?

Damit der sich der RS5 vom normalen A5 optisch abhebt, wurden deutliche RS-Insignien angebracht. Los geht es an der Front: Riesige Kühlluftöffnungen, ein anthrazitfarbene Kühlergrill, und grimmig dreinschauende Scheinwerfer unterstreichen den aggressiven Auftritt. Dazu gibt es eine markante Spoilerlippe, welche zudem den Abtrieb erhöht. Die verbreiterten Kotflügel lassen das Power-Coupé bullig und kraftvoll erscheinen. Am Heck sind das dominierte Designmerkmal ganz klar die ovalen Auspuffendrohre in armdicker Ausführung. Ab 120 km/h fährt ein dezenter Heckspoiler aus und presst den Ingolstädter auf die Fahrbahn. Das auffälligste Kennzeichen sind dennoch die mattchromfarbenen Außenspiegel, welchen den RS5 schon von weitem erkennen lassen. Zur weiteren Serienausstattung zählen unter anderem Xenonlicht, adaptive Stoßdämpfer und Leder-Alcantara-Sportsitze.

RS5, das neue Raubtier von Audi: Böser Blick inklusive

10,8 Liter gibt Audi für den Spritverbrauch an
Um den Kraftstoffverbrauch von knapp 11 Liter auf 100 Kilometer zu erreichen, darf der Fahrer den RS5 nur sanft bewegen. Dazu sollte die Fahrwerkseinstellung auf Komfort eingestellt sein. Die Gasannahme erfolgt dann weniger bissig, auch Lenkbefehle werden in dieser Einstellung nicht ganz so direkt umgesetzt. Wer den 450 Pferdchen freien Auslauf gewährt, der muss sie natürlich auch mit viel Treibstoff versorgen. 15 bis 20 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer sind die Folge. Zukünftige RS5-Fahrer sollten sich über die laufenden Kosten allerdings eher weniger Gedanken machen müssen, schließlich stellen sie ihre Bonität bereits beim Unterzeichnen des Kaufvertrags unter Beweis. 77.700 Euro werden für den Audi RS5 mindestens fällig, darin enthalten sind jedoch keinerlei Sonderausstattung.

Veröffentlicht am 08.04.2012 in Autos

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