Audi S4

Der Audi A4 zählt zu den meist verkauften Fahrzeugen in Deutschland, in der S4-Version legt er sein braves Business-Image ab und lässt seine Muskeln spielen. Jetzt gibt es für den S4 der Baureihe B8 ein kleines aber feines Facelift – eine verschärfte Optik und ein verringerter Verbrauch sind das Endergebnis der Verjüngungskur.

Audi S4
Audi S4 LED Scheinwerfer

Video: Der kleine Bruder des S4, der Audi A4

Fahrspaß garantiert
Im Gegensatz zu seinem Vorgängermodell muss der neue S4 auf zwei Zylinder und 1,2 Liter Hubraum verzichten, man hat dem Mittelklasse-Sportler sogar 11 PS weniger eingehaucht – doch dies schadet dem potenten S4 nur auf dem Papier. Downsizing mag man mögen oder hassen, allerdings ist diese Manier nicht mehr unbekannt – nahezu jeder Automobilhersteller greift zu drastischen Zylinder- und Hubraum-Diäten. Die Folge sind ein deutlich verringerter Verbrauch und eine bessere CO2-Bilanz. Durch den Einsatz von Turboladern werden den hubraumschwächeren Motoren aber auch viel mehr Leistung entzogen, so bleibt die Motorleistung in der Regel auf einem ähnlichen Level, manchmal steigt sie sogar. Beim Audi S4 war dies jedoch nicht der Fall, hier sank die zur Verfügung stehende Leistung um 11 PS. Dem Fahrspaß tut dies trotzdem keinen Abbruch – der Ingolstädter konnte in so gut wie allen Bereichen zulegen, zumindest was die Fahreigenschaften betrifft.

Als Triebwerk kommt der bekannte Dreiliter-V6-Kompressor aus dem A6 zum Einsatz

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Sicherlich hätte man dem S4 einfach den bekannten V8-Motor des S5 einpflanzen können, doch es gibt weitaus elegantere Lösungen für das Mittelklasse-Auto. Ein Blick auf den Dreiliter-V6-Kompressor im A6 lässt erahnen, dass dieses Aggregat eine perfekte Basis für den S4-Motor abgibt. Mit einigen Modifikationen konnte die Leistung von 290 auf 333 PS angehoben werden. Im Vergleich zum S4-Vorgänger, der mit seinen 344 PS ein Drehmoment von 410 Nm auf die Kurbelwelle stemmte, bringt es der neue S4-Motor auf insgesamt 440 Nm. Das maximale Drehmoment steht zudem schon bei 2.900 Umdrehungen pro Minute parat, der Vorgänger konnte die Maximalkraft erst bei 3.500 Touren abrufen. Dementsprechend gestaltet sich auch der erste Fahreindruck: Der V6-Kompressor spricht sehr spontan auf Gasbefehle an und legt eine äußerst souveräne Kraftentfaltung an den Tag.

Glatte fünf Sekunden für den 100-km/h-Sprint

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Serienmäßig wird der S4 durch alle vier Räder angetrieben (Vorderachse: 40 Prozent, Hinterachse: 60 Prozent), dadurch werden die 333 Pferdestärken fast immer schlupffrei auf die Straße gebracht – lediglich bei Nässe drehen die Räder zeitweise durch. Trotz der 11 PS weniger Leistung marschiert der neue S4 in glatten fünf Sekunden auf Tempo 100 (vor dem Facelift waren es 5,1 Sekunden). Der V8-Vorgänger benötigte sechs Zehntel länger für den 100-km/h-Sprint. Die wichtigste Neuerung betrifft aber wohl den Verbrauch: 9,4 Liter im Schnitt gab Audi bei der Markteinführung des S4 an, in Verbindung mit dem optionalen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe S tronic reduziert sich der Verbrauch in der facegelifteten Version auf acht Liter pro 100 Kilometer. Nimmt man nun den S4 (B7) als Referenz, so ergibt sich eine Kraftstoffersparnis von satten fünf Liter Super für 100 gefahrene Kilometer. Wer lieber selbst schalten möchte, der kann natürlich auch zur manuellen Sechs-Gang-Schaltung greifen.

Sportwagen mit Platz für Kinderwagen oder Hund: Der Audi S4 Avant

Gegen Aufpreis wird der S4 zusätzlich mit einem Sportdifferenzial ausgestattet, welches die zur Verfügung stehende Antriebskraft variabel auf die Hinterräder verteilt. Das Ergebnis ist ein deutlich direkter einlenkender Ingolstädter. Wer darüber hinaus die Stoßdämpferkennung, die Gasannahme sowie die geschwindigkeitsabhängige Lenkung beeinflussen möchte, der muss in der Aufpreisliste des S4 ein Kreuz bei “Audi drive select” setzen. Durch die geschilderten Maßnahmen fährt sich der Audi deutlich agiler, insgesamt liegt der Sportler dann satter auf der Straße.

Verschärftes Design, aber dennoch recht unauffällig

Das Facelift der B8-Generation ist endlich auch beim S4 angekommen. Erkennungsmerkmal bleiben nach wie vor die silbernen Außenspiegel und eine Vier-Rohr-Auspuffanlage am Heck. An der Front fallen sofort die schärfer gezeichneten LED-Scheinwerfer ins Auge, auch am markanten Kühlergrill haben die Audi-Designer Hand angelegt. Zusätzlich wurden die Kühlluftöffnungen an der Front leicht verändert. So präsentiert sich das neue Flaggschiff der Mittelklasse-Baureihe deutlich aggressiver und sportlicher. Im Vergleich zum normalen A4 duckt sich der S4 etwa 20 Millimeter tiefer auf dem Asphalt. Dazu überzeugen die 18 Zoll großen Aluminiumräder mit einer recht sportlichen Optik, welche sehr gut zum Gesamterscheinungsbild des Ingolstädters passen. Innen gibt sich der S4 in gewohnter Audi-Qualität: Die Bedienschalter und Materialien sind aus allerbester Güte und wirken sehr hochwertig. Das abgeflachte Lenkrad gliedert sich perfekt in den sportlichen Auftritt des S4 ein.

Rund 50.000 Euro kostet der S4 im neuen Gewand – viel Geld, aber dafür bekommt man einen potenten Alltags-Sportler mit dem man auch problemlos den Samstags-Einkauf erledigen kann, ohne dabei groß aufzufallen.

Veröffentlicht am 06.02.2012 in Autos

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