Der neue Chevrolet Camaro
Neben dem Ford Mustang zählt der Chevrolet Camaro zu den schillerndsten Vertretern der Pony-Car-Zeit. Mittlerweile gibt es das Musclecar in der fünften Auflage – Retro steht hier allerdings nur für die Optik.
Alt und neu vereint – der Geist aus den 60ern lebt im neuen Camaro weiter

Der neue Camaro ist optisch sehr stark am Ur-Modell aus 1967 angelehnt. Rechteckige Rückleuchten, ein mittig platzierter Power-Dome auf der Motorhaube, Drei-Speichen-Lenkrad und zusätzliche Rundinstrumente erwecken Retro-Gefühle. Der charakteristische Knick vor dem hinteren Radhaus, die flache Dachkonstruktion sowie die breiten Kotflügel setzen die Neuauflage sehr maskulin und kraftvoll in Szene. Von vorne betrachtet sorgen die schlitzartigen Scheinwerfer und der breite Kühlergrill für ausreichend Überholprestige.
Sollte der optische Auftritt nicht für begeisternde Blicke ausreichen, so wird zumindest der Sound für genügend Aufmerksamkeit sorgen. Die zwei rundlichen Auspuffendrohre stoßen eine Symphonie aus V8-Bollern und dumpfen Grollen aus. Ganz getreu dem Motto – “loud pipes save lifes”. Am besten lässt sich der V8-Sound unter freiem Himmel genießen – die Rede ist natürlich vom Camaro Cabrio. In 20 Sekunden vollzieht sich der Striptease zum offenen PS-Monster – allerdings nur im Stand. Mit 222 bis 290 Liter Stauvolumen muss sich das Cabrio dem Coupé geschlagen geben. Letztere Variante stellt bis zu 320 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung.
Zurück zur Optik: Der Retro-Look der Neuauflage täuscht ein wenig – die Technik ist weitestgehend auf dem aktuellen Stand. Der Camaro bietet sechs Airbags, einen Parkassistenten, eine geschwindigkeitsabhängige Servolenkung sowie eine Traktions- und Stabilitätskontrolle. Auch für Multimedia-Entertainment ist gesorgt. Das Audio-System von Boston Acoustics verfügt neben einem USB-Anschluss auch über eine Bluetooth-Schnittstelle für Mobiltelefone.
Chevy Camaro “black” – schwarz, tief und heiß!

Das Heck des schwarzen Camaro ist auch nicht zu verachten

Das stärkste Aggregat leistet 432 PS
Vier Ventile pro Zylinder müssen dem Camaro ausreichen – auf technisch anfällige Bauteile wie Turbolader wurde verzichtet. Dennoch bringt es das Retro-Musclecar in der SS-Variante auf eine maximale Leistung von 432 PS und 570 Nm Drehmoment. Der 6,2-Liter-V8-Motor beschleunigt damit in unter 5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das gleiche Aggregat gibt es übrigens auch mit 400 Pferdestärken und nahezu unveränderten 556 Nm. Noch etwas leistungsschwächer geht es im 3,6-Liter-V6 vonstatten – hier kommt das Musclecar auf eine Leistung von 305 PS. Das Drehmoment von 370 Nm sollte dennoch für ausreichend Durchzugskraft sorgen.
Gutes Handling, trotz Sumo-Gewicht: Der neue Chevy Camaro

Bei einem Leergewicht von 1,8 Tonnen zählt der Camaro zwar nicht zu den Leichtgewichten – vor allem wenn man ihn mit ähnlich leistungsstarken Supersportwagen vergleicht – beim Fahrverhalten machen sich die überschüssigen Pfunde aber kaum bemerkbar. Musclecars sind ja eigentlich für ein relativ schlechtes Kurvenverhalten bekannt und eher zum Geradeausfahren und Cruisen geeignet – nicht so der neue Chevrolet Camaro. Der 4,70 Meter lange Ami lässt sich überaus feinfühlig und gezielt steuern. Die Lenkung bietet genug Rückmeldung und ist nicht zu leichtgängig ausgelegt, sondern erfordert ordentlich Muskelkraft in den Armen – genau wie der Schaltknüppel des Sechsgang-Getriebes (eine Automatik gibt es nur in den beiden schwächeren Versionen).
Spezialmodel des neuen Chevy Camaro “Dale Earnhart”

Das Handling ist den Ingenieuren wirklich gut gelungen. Dennoch – gemächliches Cruisen über Landstraßen bereitet auch in der modernen Version den meisten Spaß. Der V8-Sound ist im unteren Drehzahlbereich alles andere als leise. Schon ab 1.000 Umdrehungen pro Minute liegt der Achtzylinder gut am Gas. Die Topversion zaubert ab 3.000 Touren ein breites Lächeln ins Gesicht und drückt das Musclecar ordentlich kraftvoll vorwärts. Die 570 Nm Drehmoment im stärksten Chevy Camaro lassen das Heck auf Kommando spielerisch quertreiben.
Jetzt auch erhältich, der neue Chevy Camaro als Cabrio

Ab 20.000 Dollar
In den USA ist die Basisversion bereits ab ca. 20.000 Dollar zu bekommen. In Deutschland kommt man zurzeit nur über Importeure an einen Chevrolet Camaro, erst ab Herbst diesen Jahres soll der direkte Verkauf starten. Die offene Version ist ab ungefähr 30.000 Dollar zu bekommen – umgerechnet sind das günstige 22.000 Euro. Bei der Markteinführung hierzulande ist jedoch mit weit über 30.000 Euro zu rechnen.






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