Shelby GT500

Shelby Mustang – dieser Name lässt Auto-Fans das Wasser im Mund zusammenlaufen. Der erste Mustang in Zusammenarbeit mit dem Ex-Rennfahrer Carrol Shelby kam 1965 auf den Markt und war ein Meilenstein der amerikanischen Automobilgeschichte. Mit bis zu 500 PS war er der King der Drag Stripes. 2007 kam die ersehnte Neuauflage zum Vorschein.

Shelby GT500 2012
Mustang Shelby GT 500

Extrem lange Lieferzeiten
Wahnsinnig schön, wahnsinnig schnell – der Shelby Mustang geizt nicht mit Reizen. Doch der Shelby ist nichts für ungeduldige Menschen – in den Vereinigtzen Staaten sind die Lieferzeiten extrem lang, das kennt man sonst nur von exklusiven Ferrari- oder Lamborghini-Modellen. Der Mustang Baujahr 2007 schindet schon im Stand Eindruck. Die fetten Walzen im Format 255 (vorne) und 285 (hinten) treffen auf ur-amerikanisches Design. Die Rundlichter in der Front werfen einen grimmigen und bösen Lichtkegel auf die Straße. Die zwei klassischen Längsstreifen, welche sich über die gesamte Fahrzeuglänge erstrecken, werden durch zwei Lufteinlässe auf der Motorhaube getrennt. Die Cobra am Gitterkühlergrill stellt klar – ich bin ein echter Shelby.

Tim Schrick testet für DMAX den Mustang Shelby GT 500

Nüchterner Innenraum
Mustang Shelby GT 500

Im Innenraum geht es gewohnt amerikanisch zu – Design-Sensationen sind nicht zu erwarten. Die Bedienelemente sind klar und übersichtlich angeordnet, wirken allerdings recht nüchtern und kühl – etwas mehr Atmosphäre täte dem Shelby hier gut. Neben dem Tacho und dem Drehzahlmesser zeigen vier Analoganzeigen die Temperaturen für Öl, Wasser und Benzin an. Eigentlich ist der Mustang ein 2+2-Sitzer, doch wer Angst um seine Beine hat, der sollte sich besser nicht in die hintere Sitzbank quetschen – eine Sporttasche ist hier besser aufgehoben.

Ein für amerikanische Verhältnisse gut abgestimmtes Fahrwerk
Mustang Shelby GT 500

Die extrem gut passenden, elektrisch verstellbaren Ledersitze machen Lust auf Vollgaskurven. Leider spielt das Fahrwerk hier nicht ganz mit – auch wenn es für amerikanische Verhältnisse sehr gut abgestimmt ist. An europäische Sportwagen kommt der Shelby Mustang in Sachen Fahragilität aber nicht heran. Grund dafür dürfte die starre Hinterachse sein – hierzulande würde diese wahrscheinlich durch eine fahraktivere Vier- oder Mehrlenkerachse ausgetauscht werden. In den USA ist solch eine einfach gestrickte Technik kein Problem, hier reicht allein der Name Shelby für eine Vorbeugung vor Motor und Fahrwerk. Was dem Shelby GT500 beim Fahrwerk fehlt, macht er mit seiner präzisen Lenkung und der knackigen Sechsgang-Schaltung wieder wett. Die Bremsanlage zeigt dem Hecktriebler seine Grenzen auf – mit einem beherzten Tritt auf das Bremspedal wird der Mustang auch aus hohen Geschwindigkeiten ordentlich abgebremst. Der Spaßverderber ASR (Anti-Schlupf-Regelung) kann übrigens per Knopfdruck ausgeschaltet werden – dann lässt es sich mit dem Shelby GT500 wunderbar Querfahren, trotz seiner Gewichtsverteilung von 57:43 zugunsten der Vorderachse.

Der V8-Supercharger-Motor kommt auf 540 PS – damit ist der Shelby GT500 der stärkste Mustang aller Zeiten. Auch nicht zu verachten ist das gewaltige Drehmoment von 690 Nm an der Hinterachse. In nur vier Sekunden geht es auf Tempo 100, für die obligatorische Viertelmeile braucht das PS-Monster 12 Sekunden, leider ist schon bei 250 km/h Schluss mit Vortrieb – der elektronischen Abriegelung sei Dank. Mit 1,9 Tonnen ist der neue Shelby Mustang deutlich schwerer als sein Vorgänger aus den 60ern, dafür ist die Leistung höher. Beim Motorklang haben die Soundingenieure beste Arbeit geleistet – das V8-Blubbern im unteren Drehzahlbereich macht Laune, wer mehr Gas gibt, hört den Kompressor ab 3.000 Umdrehungen pro Minute deutlich arbeiten.

Gar nicht mal so teuer

Hierzulande ist der Shelby GT500 nur per US-Import zu kaufen. Mit Einfuhr, Zoll und Umrüstung für den deutschen TÜV gibt es den Shelby bereits ab 59.900 Euro, inklusive dem Charme der Musclecars aus den 60ern. In den USA liegt der Basispreis dagegen bei knapp 43.000 US-Dollar – fast schon geschenkt. Aber selbst der Preis von 59.900 Euro ist für eine 540 PS-Legende noch günstig. Vergleichbare Modelle kosten weit über 100.000 Euro. Übrigens: Der Shelby ist auch als Cabrio-Version erhältlich, echte Fans sollten jedoch das Coupé bevorzugen.

Mustang Shelby GT 500
Mustang Shelby GT 500

Veröffentlicht am 13.09.2011 in Ford

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