Gumpert Apollo S

Porsche baut nicht die einzigen Sportwagen in Deutschland, seit 2002 gibt es einen weitaus exklusiveren Supersportwagen, der aus einer kleinen Manufaktur in Ostdeutschland stammt – sein Name: Gumpert Apollo. Heute stellen wir den großen Bruder des “Serienmodels” vor, den Gumpert Apollo S (Sport).

Gumpert Apollo S – Rennwagen mit Straßenzulassung

In einem abgelegenen Hinterhof im thüringischen Altenburg hat Deutschlands exklusivste Sportwagenmanufaktur Gumpert seinen Sitz. Das Logo mit dem Greif weist umherirrenden Besuchern den richtigen Weg zur Manufaktur. Hier hat Roland Gumpert, Gründervater, Namensgeber und treibende Kraft zugleich, seinen Traum eines eigenen Supersportwagens verwirklicht. Der ehemalige Audi Sport-Manager baut seit 2002 wahre Männerträume auf vier Rädern. Das Konzept, einen Rennwagen mit Straßenzulassung zu bauen, ist im Gumpert Apollo voll und ganz aufgegangen.

Der Gumpert Apollo Sport im Test bei GRIP (Matthias Malmedie und Nicki Schelle)

Türkis ist das neue Schwarz: Der Gumpert Apollo S

Vieles entstand im Rahmen von Diplom- oder Semesterarbeiten
Ein eigenes Fahrzeug zu entwickeln nimmt nicht nur viel Zeit in Anspruch, sondern natürlich auch hohe Entwicklungskosten. Hier liegt das Geheimnis von Gumpert: Viel Entwicklungsarbeit wurde im Rahmen von Diplom- oder Semesterarbeiten erledigt. Zudem bedient sich der Firmenchef aus einer Reihe von Zubehörteilen aus der Großserie. So stammt beispielsweise die Klimaanlage von dem VW Touareg, die Lenkung vom Audi TT und die Handbremse vom Audi R8. Normalerweise verschlingt ein kompletter Neubau um die 150 Millionen Euro, Gumpert benötigte jedoch nur einen Bruchteil davon. Wichtige Bauteile, wie den Motor, den Rahmen und das Fahrwerk stammen dagegen aus eigener Hand.

Nur 1,11 Meter hoch

Die Büchse der Pandora öffnet sich – in ihr liegt ein High Performance V8

Heraus kommt ein Sportwagen, der auffälliger kaum sein könnte: Überdimensionale Radhäuser, Lufthutze wie bei der Formel 1, feststehender Heckflügel und ein Diffusor, der nicht dominanter erscheinen könnte. Das Design ist vollkommen auf maximalen Anpressdruck konzipiert worden. Theoretisch könnte der Supersportler ab 270 km/h an der Decke fahren – so hoch ist der generierte Abtrieb. Der Gumpert Apollo ist fast doppelt so breit wie hoch – zwei Meter treffen auf 1,11 Meter Fahrzeughöhe. Der 4,46 Meter lange Apollo mobilisiert ganze 650 PS aus 4,2 Liter Hubraum. Dabei entwickelt der V8 ein maximales Drehmoment von 850 Nm. Die 1.200 Kilogramm leichte Flunder benötigt nur drei Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h. Bis Tempo 200 vergehen übrigens nur 8,9 Sekunden – erst bei 360 km/h Spitze ist Schluss.

750 PS in der “Sport”-Version, Flügeltüren bei der Fahrt bitte schliessen, sonst hebt er ab.

Aber es geht auch noch brutaler – und zwar im Gumpert Apollo Sport. Durch eine verbesserte Motorsteuerung, optimierter Kühlung und neuen Ventilen stieg die Leistung auf 750 PS. Damit erhöht sich die Literleistung auf atemberaubende 180 PS pro Liter. Zusätzlich wurde der Einstellbereich der Pedalerie erweitert und mit neuen Schürzen die Aerodynamik abermals verbessert. Damit die Optik noch weiter verschärft daherkommt, wurden spezielle LED-Tagfahrleuchten an der Front installiert. Hinten gibt es eine zentrale Flashleuchte – diese Dient dem Renneinsatz bei schlechten Witterungsbedingungen. Auch das Getriebe wurde an das Mehr an Leistung angepasst. Fans guter Musik dürfen sich über eine neue Audioanlage freuen – wobei der Motorsound, der durch die zwei doppelten Endrohre entweicht, eigentlich genug musikalisches Talent an den Tag legt, wenn man es nicht in den höheren Drehzahlbereichen sogar als infernalisches Geschrei bezeichnen dürfte. Engländer dürfen sich ebenfalls freuen – den Apollo gibt es jetzt auch als Rechtslenker.

Neuer Rundenrekord auf der Nordschleife

Mit einer Fabelzeit von 7:11,57 Minuten hat der Apollo 2009 eine neue Bestzeit in dem Asphalt der berüchtigten Nordschleife gebrannt. Wer zu dem glücklichen Personenkreis zählt, der im Gumpert Apollo Platz nehmen darf, der braucht nicht nur gute Reflexe, sondern auch starke Armmuskeln. Der Supersportwagen ist nichts für Zartbesaitete. Jede Bewegung, sei es am Lenkrad, am Schaltknauf oder an den Pedalen, kostet richtig Kraft. Durch die Gänge wird mittels eines sequenziellen Getriebes geschaltet – wie im Rennsport gibt es dabei nur zwei Richtungen – vorwärts zum Herunterschalten und nach hinten zum Hochschalten. Untermalt vom Turbozischen und dem Brüllen des V8-Motors prescht der Apollo gen Horizont. In Kurven muss man allerdings hellwach sein, zu viel Gas und der Apollo dreht sich unkontrolliert ein – hier sind eine kundige Hand und schnelle Reflexe gefragt. Was man zusätzlich braucht, ist ein prall gefüllter Geldbeutel – 260.000 Euro werden für den Gumpert Apollo mindestens fällig.

Veröffentlicht am 17.08.2011 in Autos

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