Hyundai Genesis Coupé

Was ein Auto: Knackige CoupéFform, kraftvolle Schultern, markanter Heckspoiler und faustdicke Auspuffrohre – auf den ersten Blick wirkt das Genesis Coupé als richtig cooler Racer. Nur eins passt nicht so recht ins Bild: der Markenname Hyundai.

Hyundai Genesis Coupé: Gefälliges Design

Kritiker stempeln das Genesis Coupé oft als Ferrari für Arme ab, doch genau diese Gegebenheit lässt den roten Korea-Pfeil so attraktiv erscheinen. Beim markanten Äußeren verspricht der Hyundai im Vergleich zu vielen anderen Möchtegern-Sportlern nicht zu viel – in der von uns getesteten 303 PS starken V6-Variante sind die Fahrleistungen alles andere als langweilig. Vor allem Fans von gepflegten Heckschleudern kommen dabei voll auf ihre Kosten, denn der bärige 3,8-Liter-Sechzylinder gibt seine Kraft exklusiv an die Hinterräder ab.

“Genesis” griechisch für Entstehung, Ursprung oder Anfang

Der Name Genesis stammt übrigens aus dem Griechischen und wird übersetzt mit Entstehung, Ursprung oder Anfang. Diese Bedeutungen passen nahezu perfekt zum neuen Genesis Coupé, zu seinem Vorgänger hat der Hyundai fast nichts mehr gemein – lediglich das Markenzeichen und einige optische Ähnlichkeiten. Die Front ist geprägt durch die spitz zulaufenden Scheinwerfer, dazu gesellen sich scharf gezeichnete Lufteinlässe. An der Seitenlinie dominieren ganz klar die weit ausgestellten hinteren Kotflügel, welche Platz für die breiten 19-Zöller lassen. Abgerundet wird das dynamische Design durch den großen Heckflügel sowie durch die zwei riesigen Auspuffendrohre. Insgesamt hinterlässt der Hyundai einen sehr sportlichen und aggressiven Auftritt.

Umfangreiche Luxusausstattung

Innen geht das sportliche Ambiente weiter: elektrisch einstell- und beheizbare Sportledersitze, silberne Alu-Applikationen am Mitteltunnel und ein Drehzahlmesser bis 8.000 Touren. Daneben verfügt die Topversion 3.8 V6 über ein Premium-Audio-System, eine Klimaautomatik, einen Tempomat, ein Smart-Key-System und über einen Parkassistenten. Allerdings fehlt der Vollausstattung das ein odere andere Gimmick, unter anderem gibt es keine RDS-Funktion am Radio und keine Xenon-Scheinwerfer. Außerdem lässt sich das Sportlenkrad nicht in der Länge justieren, sondern nur in der Höhe. Letzteres lässt sich angesichts der großzügigen Platzverhältnisse jedoch leicht verschmerzen. Dadurch, dass sich der Fahrersitz in sämtliche Himmelsrichtungen verstellen lässt, sollte eigentlich jeder die richtige Sitzposition finden. Dazu bieten die Sportsitze nicht nur einen sehr guten Seitenhalt, sie sind auch Langstreckentauglich – das kann man von der Rückbank allerdings nicht behaupten. Der Fond ist Kindern oder Einkaufstüten vorbehalten. Klappt man die Rücksitzbank um, so vergrößert sich der 300 Liter fassende Kofferraum um weitere Abstellmöglichkeiten – für einen Großeinkauf sollte man allerdings doch eher ein passenderes Gefährt nutzen.

Power-Knopf lässt 303 Pferdchen frei
hyundai genesis coupe

Ansonsten hinterlassen die Softtouch-Oberflächen auch durchaus Wohlfühlambiente, wer allerdings eher auf Nobel-Anmutung deutscher Premium-Hersteller aus ist, der wird den Koreaner eher grobschlächtig finden. Mit einem Druck auf den Power-Knopf erwacht der hubraumstarke V6 mit einem heiseren Röcheln. Mit reichlich Bass aus den Endrohren stürmt das Genesis Coupé vorwärts, was einen unweigerlich an hohe Benzinrechnungen denken lässt. Falsch liegt man mit dieser Vermutung nicht, auch wenn der Hersteller einen Normverbrauch von 9,9 Liter auf 100 Kilometer angibt. In der Praxis liegt der Verbrauch jedoch meist gut drei Liter darüber. Dafür überzeugt der Hyundai mit ordentlichem Vortrieb, bei nassen Verhältnissen kann dabei auch schon mal das Heck ausschwingen. Unter Idealbedingungen erledigt das Coupé den Standardsprint in 6,3 Sekunden, erst bei 240 km/h lassen die Kraftreserven nach.

Der Wohlfühlbereich liegt bei 160 bis 180 km/h
Über 200 km/h wirkt das Genesis Coupé ein wenig unruhig, bis 200 Stundenkilometer liegt der Koreaner dafür umso satter auf der Straße. Sein Wohlfühlbereich liegt allerdings zwischen 160 und 180 km/h auf der Autobahn. Bei dieser Geschwindigkeit bietet das Fahrzeug einen guten Kompromiss aus Komfort und sportlicher Fahrweise. Seine wahre Bestimmung findet das 303 PS starke Coupé auf kurvenreichen Streckenabschnitten. Aufgrund des geringen Radstands von lediglich 2,80 Meter überzeugt die Fernost-Flunder mit einer wahnsinnig präzisen Lenkung und reichlich Handlichkeit. Man merkt deutlich, dass die Lenkung frei von Antriebseinflüssen ist. Hinzu kommt ein leicht zu provozierendes Heck – so muss ein Sportler für den kleinen Geldbeutel fahren.

Das Hyundai Genesis Coupé ist rund 5.000 Euro günstiger als ein 370 Z

37.000 Euro werden für die Kampfansage aus Korea fällig. Das macht rund 5.000 Euro weniger als für den nur etwas stärkeren Nissan 370 Z. Wem das allerdings immer noch zu teuer ist, der kann alternativ auf ein 214 PS starkes Hyundai Genesis Coupé zurückgreifen. Für rund 30.000 Euro ist der Vier-Zylinder-Turbo beim Händler erhältlich. Schnäppchen-Autokäufer finden im Genesis Coupé demnach ein sehr attraktives Fahrzeug.

Veröffentlicht am 02.02.2012 in Autos

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