Lotus Elise

Ein Porsche zum halben Preis? Der britische Sportwagen namens Lotus Elise macht es möglich. Mit dem Verzicht auf nahezu jeglichen Komfort in Verbindung mit konsequentem Leichtbau und einem starken Mittelmotor sind enorme Fahrleistungen möglich. Die Elise gibt es seit 1996, damals sorgte ein 1,8-Liter-Motor von Rover mit 122 PS für Vortrieb. Zwei Jahre später erschien eine Variante mit 145 PS. Bei einem Gewicht von unter 800 kg waren die Fahrdynamikwerte mehr als beeindruckend. Durch den großen Erfolg der ersten Baureihe kam 2000 ein neues Modell auf den Markt. Die Top-Motorisierung kam hier in der SC-Version (englisch „supercharged“ = aufgeladen) zum Vorschein – bei 222 PS und 903 kg betrug das Leistungsgewicht lediglich 4,1 kg/PS. Mit dem 2011er Modell hat sich jedoch einiges geändert.

Lotus Elise

Tim Schrick testet für DMAX die Lotus Elise

So ändern sich die Zeiten

Selbst konventionelle Sportwagenmanufakturen kommen um das große Thema CO2-Emission und Spritverbrauch nicht mehr herum. Es soll sogar Kinder geben, die nicht mehr nach Motorleistung und Endgeschwindigkeit fragen, sondern wissen sollen, wie hoch der Verbrauch eines Sportwagens ist – so können sich die Zeiten ändern. Entsprechend dazu hat Lotus seinen 1,8-Liter-Vierzylinder aus dem Hause Toyota in Rente geschickt und mit einem 1,6-Liter-Aggregat vom gleichen Hersteller ersetzt.

Teuer und unpraktisch, aber dafür federleicht und Fahrspass pur
Lotus Elise

Schon seit über 14 Jahren glänzt Lotus mit extrem leichten Sportwagen, die nur für einen Zweck gebaut wurden: Fahrspaß. Am Grundkonzept wurde auch in der überarbeiteten 2011er Version der Elise nichts geändert – kein ESP, keine Servolenkung, kein Luxus. Trotzdem kostet die Basisversion mit dem 136-PS-Motor stolze 37.449 Euro. Wahrlich nicht besonders viel Leistung für einen Sportwagen. Doch vielleicht bietet die Elise mehr als sie auf den ersten Blick vermuten lässt – auf zur Ausfahrt.

Lotus Elise Eco
Eco Elise

Zunächst einmal fällt die fehlende Servounterstützung auf – Rangieren wird zum regelrechten Kraftakt. Weiter geht’s in den Stadtverkehr. Rechts neben mir türmt sich eine große schwarze Wand auf – doch das ist kein SUV, wie zuerst vermutet, sondern ein völlig normaler Audi A4. Schon ganz schön groß, diese modernen Autos heutzutage. Auf zur Autobahn, hier soll die kleine Elise zeigen, was in Sachen Höchstgeschwindigkeit drin ist. Leider nicht viel mehr als 200 km/h – da ist selbst ein Polo GTI schneller. Allerdings möchte man im Elise mit Stoffverdeck auch nicht schneller als 180 km/h fahren, die Windgeräusche übertönen nahezu anderen Geräusche.

Landstraßen Tier und Kurvenräuber!

Schnell ab auf die Landstraße – und hier ist die Elise endlich in ihrem Element. Enge Kurven, Spitzkehren – das ist das Revier der Lotus Elise. Der oft erwähnte Vergleich mit einem Fahrverhalten á la Go-Kart stellt sich als Wahrheit heraus. Das Bremspedal wird relativ selten benutzt – der hohe Anpressdruck der 935 kg leichten Flunder macht ein Abbremsen vor Kurven fast unnötig. Der Lotus liegt wie das sprichwörtliche Brett auf der Straße. Auf kurzen Geraden zwischen den Biegungen kann der Motor ordentlich ausgedreht werden, welcher eh erst ab knapp 5.000 Umdrehungen pro Minute seine Leistung entfaltet – untermalt von einem kernigen Sound aus den mittig platzierten Endrohren. Nur bei Kuppen muss man in der Elise etwas wacher sein – durch die niedrige Sitzlage werden schon kleinere Kuppen vollkommen uneinsichtig. Auch Bodenwellen nimmt man in der Elise deutlich stärker wahr – aber ein echter Lotus war eben noch nie komfortabel abgestimmt.

Lotus Elise
Lotus Elise

Pures Fahrvergnügen

Wieder zu Hause angekommen bleibt eine Frage offen: Wie war der Ausritt in der Elise, hat es Spaß gemacht? Ja hat es – in einem Lotus kommt echtes, ungefiltertes Fahrvergnügen auf. Im Gegensatz zu anderen Fahrzeugen, die sich ebenfalls mit der Bezeichnung Sportwagen schmücken, bietet die Lotus Elise pure Fahrdynamik und erinnert dabei schon an einen richtigen Rennwagen. Für den Alltag ist die Elise natürlich nicht zu gebrauchen, doch für die gelegentliche Ausfahrt am Wochenende oder gar für den Trip zur Rennstrecke ist sie bestens geeignet. In etwa drei Jahren soll außerdem der Nachfolger der Elise erscheinen. Laut Lotus-Chef Dany Bahar sollen die zukünftigen Modelle weitaus alltagstauglicher und komfortabler ausgelegt sein – spätestens dann wird man die reinen Fahrmaschinen, so wie sie noch heute von der britischen Sportwagenschmiede gebaut werden, vermissen.

Veröffentlicht am 15.09.2011 in Autos

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Kommentar:

Robert Volkert schrieb am 20.09.2011 um 09:17 Uhr

Für mich ist die Lotus Elise einer der besten Sportwagen die jemals gebaut wurden. Nicht so schwerfällig und langsam in den Kurve wie viele andere. Natürlich fehlt der Luxus, aber hey: In so einem Auto will man schliesslich fahren und nicht von A nach B kommen!

Markus schrieb am 29.09.2011 um 10:22 Uhr

So eine Elise ist nicht nur ein Sportwagen sondern auch ein absoluter Eyecatcher!!! Immer wenn ich eine Elise sehe verdrehe ich den Kopf und denk nur: Den hätteste auch gerne. Sehr schönes Auto!

Birgit Scharkus schrieb am 28.02.2012 um 14:43 Uhr

Ich habe Benzin im Blut…..weil ich kleine,schnelle,leichte und bezahlbare Sportwagen liebe!!Un der Elise gehört genau in diese Kategorie….es ist einfach nur einen riesen Spaß,diesen”kleinen”Riesen zu fahren!