Lotus Exige, der leichte Sportwagen

Lotus bedeutet vor allem eines: Leichtbau – im Exige erreicht der britische Automobilhersteller dank Alu-Monocoque und Kunststoffkarosserie ein Gewicht von unter einer Tonne.

Lotus Exige
Lotus Exige

Mit der von 2000 bis 2001 gebauten ersten Variante, dem S1, kam Lotus sogar auf ein Gesamtgewicht von lediglich 780 kg. Durch seinem 176 bzw. 190 PS starken Rover-Vierzylinder waren die Fahrleistungen natürlich mehr als herausragend. Im Jahr 2004 erschien die zweite Version, der Exige S2. Neben umfangreichen Änderungen an der Optik sowie am Fahrwerk wurde auch die Leistung erhöht. Im Exige standen nun 192 PS aus einem Toyota-Motor bereit. Doch damit nicht genug – seit 2007 wird der Exige in der Variante „S“ gebaut. Dank Kompressoraufladung stieg die Motorleistung der kleinen Flunder um 30 PS auf 221 Pferdestärken an.

Lotus Exige S
Lotus Exige S

Beim Exige sollte man sich Routine beim Ein- und Ausstieg aneignen
Wie schon das Vorgänger-Modell basiert auch der Exige S auf der Lotus Elise. Die optischen Unterschiede machen sich insbesondere in den breiteren Acht-Speichen-Aluminiumfelgen und in der extragroßen Frittentheke am Heck bemerkbar. Dazu gibt es eine kleine aber feine Lufthutze am Dach. Neben der sportlicheren Optik versorgt diese den gewaltigen Ladeluftkühler und den Mittelmotor mit ausreichend Fahrtwind. Innen gibt es dagegen weniger Luftzufuhr als im Elise – das Kunststoffdach ist im Exige fest mit der Karosserie verschraubt. Bei der Elise hatte man die Möglichkeit, das Stoffverdeck bei Bedarf herauszunehmen und unter freiem Himmel zu sitzen. Das hatte außerdem den Vorteil, dass sich der Einstieg um Welten leichter gestaltete. Wer damit leben kann, sollte den Ein- und Ausstieg in den Exige mehrmals üben, bevor er sich damit in die Öffentlichkeit traut: Nichts ist peinlicher, als mit dem Kopf am Dach hängen zu bleiben.

Lotus Exige von hinten

Ansonsten ist der Innenraum ähnlich der Elise. Die passgenauen Schalensitze sind etwas härter und nur in der Länge verstellbar. Dennoch sitzt der Fahrer ergonomisch korrekt und einigermaßen bequem im Auto. Der Rückspiegel gewährt einen Blick auf den mächtigen Ladeluftkühler – insofern ist dieser eigentlich nur hinderlich, da er die Sicht nach vorne behindert.

Ein schöner Rücken – bei der Exige kann er defintiv entzücken!

Im Kofferraum geht es dagegen, wie war es anders zu erwarten, eher spärlich zu. Die maximale Zuladung beträgt hierbei 50 kg – allerdings ist selbst die Öffnung so klein, dass das Überschreiten der Zuladung allerhöchstens mit Blei oder Gold möglich wäre.

Agilität bekommt im Lotus Exige S einen neue Bedeutung
Schon die Lotus Elise glänzt mit einem Go-Kart-ähnlichen Fahrerlebnis, der Exige S setzt in der Rubrik Fahrdynamik noch einen drauf. Die Kurvengeschwindigkeiten sind mit einem normalen PKW kaum noch zu vergleichen, eher mit einem Formel-Rennwagen. Der Lotus scheint förmlich auf der Straße zu kleben. Hinzu kommt die ausgewogenen Gewichtsverteilung dank Mittelmotor-Konzept. Trotzdem sollte man in engen Kurven nicht zu viel Gas geben – ESP hat der Lotus Exige nur optional an Bord. Erstaunlich hingegen ist der gute Komfort im kompakten Sportler. Kleinere Unebenheiten bügelt der Brite recht ordentlich weg, nur bei größeren Schlaglöchern ist Vorsicht geboten – allein deswegen, weil der Lotus sehr flach über der Straße kauert. Einparken gestaltet sich durch die fehlende Servounterstützung nicht gerade einfach, aber wer will schon mit einem Exige rückwärts in eine Parklücke fahren?

Bissiges Ansprechverhalten
Durch Kompressoraufladung erreicht der Exige S eine Motorleistung von satten 221 PS. Durch eine günstigere Nockenwellenstellung greift das Drehmoment im Vergleich zur Elise deutlich eher an – ab 4.500 Umdrehungen pro Minute zieht der 1,8-Liter-Vierzylinder des Briten kräftig durch. Bei 5.500 Touren steht das maximale Drehmoment von 215 Nm zur Verfügung. Erst bei 8.000 U/min mahnt eine rote Leuchtdiode im Drehzahlmesser zum Hochschalten. Insgesamt ist das Ansprechverhalten des Lotus sehr bissig, schon kleinere Gasstöße werden konsequent in Vortreib umgesetzt.

Lotus Exige S – für das geringe Gewicht mehr als genug Leistung
Lotus Exige

Theoretisch sind 238 km/h Spitze möglich, doch bei Geschwindigkeiten jenseits der 200er Marke wir die Geräuschkulisse zu heftig – der Motor gewinnt das Schall-Duell eindeutig gegen Radio und anderweitige Unterhaltungsmedien. Der gute Geradeauslauf bei höherem Tempo ist dagegen beachtlich, trotz des relativ geringen Radstands. Mit einem Gewicht von nur 949 kg (inklusive Fahrer) haben die 221 PS natürlich leichtes Spiel, den Lotus auf Tempo zu bringen. 4,1 Sekunden gibt der Hersteller für den Sprint von 0 auf 100 km/h an – subjektiv fällt dieser, zumindest bis 80 Stundenkilometer, deutlich geringer aus. Der Verbrauch beziffert sich im Schnitt auf 9,1 Liter – wobei dieser Wert für einen Lotus auch nur Nebensache ist. Ein Sache wäre da trotzdem noch – der Preis. Dieser liegt bei 52.100 Euro. Wer mit einem bescheidenen Platzangebot, dem hohen Geräuschniveau und der eingeschränkten Alltagstauglichkeit leben kann, der wird mit dem Lotus Exige S seine wahre Freude haben: beeindruckende Beschleunigung, direktes Handling, guter Durchzug, spontanes Ansprechverhalten, hohe Kurvengeschwindigkeiten und eine sehr gute Verarbeitung lassen mächtig viel Fahrspaß aufkommen.

Übrigens: Seit 2008 kann ein Performance Package für den Exige S bestellt werden. Durch zahlreiche Modifikationen erhöht sich die Leistung auf 239 PS.

Veröffentlicht am 26.11.2012 in Autos

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