Nissan Skyline

Der Nissan Skyline zählt ohne Zweifel zu den historischsten Fahrzeugen aus Japan. Seit über 50 Jahren wird der Skyline in unzähligen Versionen produziert, den Anfang machte das Modell ALSI-1 im Jahr 1957. Allerdings wurde das Auto von der Prince Motor Company hergestellt. Erst durch die Übernahme des Unternehmens durch Nissan 1966 entwickelte der japanische Automobilkonzern den Skyline in Eigenregie. Unter den verschiedenen Modellen des Skyline war eine Version besonders begehrt – der GT-R.

Nissan (Datsun) Skyline 2000 GT X
Nissan Skyline 2000 GT

Der Mythos Skyline beginnt mit kümmerlichen 60 PS

Nissan Skyline GT-R – das Fahrzeug bewegt sich zwischen Tuningwahn und Tourenwagencharme. Dicke Endrohre, fette Heckspoiler, breite Backen – das sind die Gene eines GT-R. Doch der Anfang der Skyline-Saga beginnt eher bescheiden: Wir schreiben das Jahr 1957 – noch unter der Regie von der Prince Motor Company betritt ein 60 PS starker 1,5-Liter-Vierzylinder die Welt der Automobile. Doch erst neun Jahre später in der dritten Generation bekam der Skyline das berühmte GT-R-Siegel verpasst. Der erste GT-R zeigt sich noch mit Ecken und Kanten, was ihm deutlich mehr Charisma als den Nachfolgern zukommen lässt. Insgesamt durften sich 1945 Käufer über einen Zweiliter-Sechszylinder mit 160 PS freuen. Bei einem Gesamtgewicht zwischen 935 und 1.100 kg waren die Fahrleistungen entsprechend hoch anzusiedeln.

Ende der 80er erwachte der GT-R zu neuem Leben

Bis zum nächsten Skyline GT-R dauerte es ganze 16 Jahre – erst 1989 erschien die Neuauflage. Bis heute markiert die R32-Baureihe die emotionale Krone der Skyline-Geschichte: Von 1990 bis 1993 konnte der Skyline GT-R in seiner Rennversion (550 PS) alle vier Meisterschaften der japanischen GT-Serie für sich entscheiden. Nicht nur das, er gewann sogar alle der insgesamt 29 Läufe – ehrfurchtsvoll wurde der Seriensieger Godzilla getauft. Bereits die Serienversion verfügte über stolze 280 PS und 360 Nm Drehmoment. Die 16-Zöller wirken dazu fast schon unterdimensioniert, wie auch die Bremsen. Bei der Beschleunigung haben die Nissan-Ingenieure allerdings alles richtig gemacht: 4,7 Sekunden brauchte der GT-R für den 100er-Sprint. Wie gut sich diese Fahrleistungen auf der Rennstrecke machten, zeigte Nissan auf der Nürburgring-Nordschleife. Mit einer Fabelzeit von 8:20 Minuten pulverisierte der aus Fernost stammende Skyline GT-R die ehemalige Bestzeit des Porsche 944 von 8:45 Minuten. Insgesamt wurden vom GT-R des Typs R32 43.934 Einheiten verkauft.

GRIP Sendung zum Skyline

Nissan Skyline R33 GT-R
Nissan Skyline R33 GT-R

Typ R33 – reifer und eleganter, aber auch langsamer

Im August 1993 erschien die neunte Skyline-Generation mit der Typenbezeichnung R33. Diese Version hat in ihren Ausmaßen in allen Bereichen zugelegt – 4,67 Meter lang, 1,78 Meter breit und 1,36 Meter hoch. Auch das Gewicht nahm um 50 kg zu – für den Sprint von 0 auf 100 km/h brauchte der 1995 erschienene GT-R nun zwei Zehntel länger als der Vorgänger. Der Motor blieb der gleiche: 2,8 Liter Hubraum, 280 PS; lediglich das Drehmoment wurde auf 375 Nm erhöht. Zwar wurde der cW-Wert von 0,40 auf 0,35 drastisch herabgesetzt, beim Thema Handling kam dem Skyline der verlängerte Radstand allerdings nicht zugute. Insgesamt wirkte der Typ R33 deutlich erwachsener und eleganter. Mit 16.435 produzierten GT-R lagen die Verkaufszahlen weit unter denen des Vorgängermodells.

Nissan Skyline R34 GT-R
Nissan Skyline R34 GT-R

Typ R34 – die vorerst letzte Baureihe des GT-R

1998 kam die zehnte Generation des Skyline auf dem Markt, ein Jahr später das vorerst letzte Kapitel der GT-R-Saga. Optisch wurde der GT-R der Baureihe R34 deutlich aggressiver und dynamischer gezeichnet – insbesondere auch funktional. Jeder noch so kleine Lufteinlass hatte eine bestimmte Bedeutung oder Funktion.
Der Radstand wurde um 7,5 Zentimeter gekürzt, der Heckspoiler war zweigeteilt, dazu gab es 18-Zoll-Alufelgen und eine grimmige Front – der GT-R war so scharf wie ein Samurai-Krieger. Die Karosserie war um sagenhafte 50 Prozent steifer als die des Vorgängers. Die Leistung blieb jedoch unverändert bei 280 PS, inoffiziell waren aber gut 332 PS möglich. Der GT-R R34 war komplett auf optimales Fahrverhalten ausgelegt – dadurch konnte der Japaner über einen langen Zeitraum den Rundenrekord für Serienfahrzeuge auf der Nürburgring-Nordschleife halten.

2008 – Nissan GT-R mit Mäusekino

2008 erschien die lang ersehnte Neuauflage des GT-R. Der Name Skyline fiel allerdings weg, neu ist auch eine Linkslenkerversion, da der Nissan GT-R nun auch international vertrieben wird. Angetrieben wird der GT-R der neusten Generation durch einen 3,8-Liter-Motor mit stolzen 530 PS (bei Serienstart 485 PS). Damit liegt der Topspeed des 90.000-Euro-Fahrzeugs bei 320 km/h, von 0 auf 100 km/h geht es in sagenhaften drei Sekunden. Optisch orientiert sich der GT-R an seinen Vorgängerversionen, wirkt jedoch etwas bulliger. Im Innenraum gibt es Playstation-Feeling und Mäusekino – zahlreiche Anzeigen über den Motorzustand, Gaspedalstellung, Lenkwinkel, Bremsdruck, G-Kräfte und viele weitere Instrumente erinnern mehr an ein Videospiel als an einen Sportwagen.

[Foto-Credits: Wikipedia]

Veröffentlicht am 24.11.2011 in Autos

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