Porsche 550 Spyder

Der 550 Spyder war der erste Porsche, welcher ausschließlich für den Renneinsatz konzipiert wurde. Der Name ist aus seinem Gewicht abzuleiten – exakt 550 kg wog der Porsche Spyder als er 1953 auf dem Pariser Autosalon der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Doch erst ein Jahr später begann für Porsche die Ära der reinrassigen Sportwagen, denn der Spyder ging offiziell erst 1954 in Serie.

Porsche 550 Spyder

Zwei Legenden wurden geboren
Es ist der 30. September 1955. Der bekannte und erfolgreiche Jungschauspieler James Dean ist mit seinem 550 Spyder auf dem Weg zur Rennstrecke in Salinas, Kalifornien. Auf einer Kreuzung dann der tragische Unfall: Ein anderes Fahrzeug nimmt seinem „Little Bastard“ genannten Porsche mit der Nummer 130 die Vorfahrt. James Dean ist mit 24 Jahren sofort tot – die Geburtsstunde zweier Legenden. Die des Porsche Spyder 550 und die des ewig jungen James Dean.

Porsche Type 550 Spyder (Carrera Panamericana)
porsche 550 spyder
Kompromisslos bis ins kleinste Detail

Der 550 Spyder (der Name „Spyder“ bezeichnete übrigens leichte und offene Kutschenwagen) wirkt mit seinen rundlichen Frontscheinwerfern fast schon putzig und erinnert dadurch etwas an den VW Käfer – doch der Schein täuscht, wie man kurze Zeit später feststellen musste. Bei der Konstruktion orientierte man sich zunächst an einem Glöckler-Porsche. Der 550 besaß daher zunächst einen Flachrahmen (erst im Porsche 550 A von 1956 wurde ein stabilerer Gitterrohrrahmen verwendet) sowie einen 1,5-Liter-Mittelmotor – schnell war klar: Dieser Porsche ist für die Rennstrecke entwickelt worden. 550 kg, Sperrdifferenzial und Einzelradaufhängung – für die damalige Zeit bestand der Spyder aus Hightech vom Feinsten. Dabei war die Karosserie nicht viel höher als seine 15-Zoll-Felgen, auch sonst waren die Abmessungen des 550 sehr überschaubar – aber der Spyder war ja auch nicht zum Einkaufen gedacht, sondern zum Siegen. Und davon machte er auch gebrauch.

Porsche Rennfahrer Huschke von Hanstein 1955 im Porsche 550 Spyder

Die größten Erfolge des Porsche 550 Spyder
Zu seinen wichtigsten Rennerfolgen zählte ohne Zweifel der dritte Platz von Heinz Herrmann bei der Carrera Panamericana in Mexiko im Jahr 1954. Seitdem heißen übrigens besonders sportliche Porsche „Carrera“. Noch im selben Jahr gewann der 550 Spyder die legendäre Mille Miglia. 1956 dann der bis dato größte Erfolg: Der italienische Rennfahrer Umberto Maglioli gewann überraschenderweise den Gesamtsieg bei der Targa Florio. Das Langstreckenrennen galt damals als schwerstes und traditionsreichstes Rennen weltweit. Der Spyder wurde mehr und mehr zu Sportwagen-Ikone.

James Dean mit seinem Spyder 550, liebevoll “little Bastard” genannt.

Etwas Luxus im Innenraum
Innen vermittelte der 550 Spyder etwas Luxus-Atmosphäre, obwohl es nur drei Rundinstrumente und ein simples aber feines Armaturenbrett gab. Komplettiert wurde das Interieur durch zwei harte Sitzschalen und ein schickes Holzlenkrad – das war’s. Mehr brauchte es im Spyder aber auch nicht. Der Mittelmotor-Sportwagen aus Stuttgart-Zuffenhausen war eine reinrassige Fahrmaschine auf vier Rädern.
Daher gab es auch keinen Kofferraum, lediglich einen 95-Liter-Tank, welcher über einen Stutzen auf der Haube befüllt wurde.

Video: Der 550 Spyder bei der Panamericana

Seine maximale Leistung erreichte der Porsche erst bei 7.800 Umdrehungen pro Minute
Aus heutiger Sicht sind die 110 PS des ersten 550 Spyder nur zu belächeln, damals war die Leistung jedoch eine Wucht. Vor allem, wenn man das Gewicht von lediglich 550 kg miteinbezieht. Tempo 220 war für den kompakten Roadster kein Problem. Von 0 auf 100 km/h ging es in unter 10 Sekunden. Die Maximalleisung des 1,5-Liter-Motörchens war außerdem erst bei unglaublichen 7.800 Umdrehungen pro Minute erreicht. Unter 4.000 Touren passierte so gut wie nicht, erst ab 6.000 Umdrehungen stieg die Power merklich an. Im Porsche 550 A von 1956 kletterte die Leistung auf 135 PS. Die Endgeschwindigkeit lag bei etwa 240 Stundenkilometern. Leistungstechnisch ist der Spyder heutzutage weit überholt, der Sound ist dagegen auch heute noch ein Ohrenschmaus allererster Güte: Das Röcheln nach Luft des Doppelvergasers, das vertraute Käfergeräusch aus Boxerrasseln und Lüftergeräusch sowie die Stichflammen beim Schalten aus der Vier-in-eins-Auspuffanlage betören noch immer.

Fünf VW Käfer für einen Porsche 550 Spyder
Der Preis betrug 1954 24.600 DM. Dafür bekam man auch fünf VW Käfer, aber eben nicht diesen legendären Sportwagen aus dem Hause Porsche. Heute werden gut erhaltene Modelle mit über einer Million Euro gehandelt – hätte man sich damals nur einen gekauft.

Veröffentlicht am 05.09.2011 in Porsche

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